08.04.2016 – Theater KOSMOS in Bregenz

Asyl ist Menschenrecht 2Asyl ist Menschenrecht 1 siehe auch unter „Veranstaltungen“

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Auf der Kippe

taz, 23.01.2016            von Charlotte Wiedemann

Seltsame Allianzen gibt es nach der Kölner Silvesternacht. Gegen (antimuslimischen) Frauenhass hilft aber nur ein neuer Feminismus.

Ich habe in den vergangenen Wochen einiges über mein Land erfahren, das ich lieber nicht gewusst hätte. Das klingt arg unpolitisch, ich weiß. Aber es ist bei mir ein Bedürfnis nach Selbstschutz aufgekommen, angesichts der rasanten Verrohung dessen, was öffentliche Debatte zu nennen ein Euphemismus ist.

Frauen, die eine falsche Meinung äußern, werden im Netz mit Gewaltfantasien überschwemmt. Gruppenvergewaltigung als Erziehungsmittel, wenn du nicht einstimmst in den anti-islamischen Sound. Eine Frau, die vom Kölner Hauptbahnhof berichtete, sie sei von arabisch aussehenden Männern respektvoll behandelt worden, muss sich anhören: Weil du zu alt und zu hässlich bist, du Schlampe. So kommt das massenhaft jetzt.

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Ich hatte nicht gewusst, dass es sich so anfühlt, wenn Frauenhass auf der antiislamischen Überholspur fahren darf.

Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass sich der Hass sogar an einer Frau wie Nariman Reinke entladen würde: in Hannover geborene Tochter marokkanischer Einwanderer, 36 Jahre, bei der Bundeswehr im Bataillon Elektronische Kampfführung tätig, war in Afghanistaneinsätzen, ist Vizevorsitzende eines Vereins Deutscher Soldat e. V. Sie schreibt: „Hier noch mal für alle: Nein, ich kann es trotz meines Migrationshintergrunds und meiner Religion nicht nachvollziehen, wenn Frauen vergewaltigt werden – egal von wem. Die Annahme, dass ich es könnte, ist ein Abgrund menschlicher Dummheit.“ Geht man all die Kommentare dazu durch, wird schnell klar: Frau Reinke wird nicht trotz ihrer Superintegriertheit gehasst, sondern deswegen. Eine Frau in Uniform, die sich nicht unterwirft.

Respektlos statt kritisch

Wie würde ich mich fühlen, in diesen Tagen, in diesem Land, wenn ich Muslimin wäre? Ich würde lesen, zum Beispiel in dieser Zeitung, dass ich für meine Religion nur ein „Zeugungsbehältnis“ bin, und ich würde mich vermutlich übergeben. Die gegenwärtige Debatte über den Islam als Belästiger- und Grabscherreligion ahmt genau das nach, was sie zu kritisieren vorgibt: Sie ist zutiefst respektlos gegenüber den Frauen, die dieser Religion angehören, gegenüber Millionen stolzer und hochgebildeter Musliminnen. Ob sie so geworden sind trotz ihrer Religion oder durch ihre Religion, dazu kann jede eine andere Geschichte erzählen. Kaum eine klingt so wie bei den neuen deutschen Hobbyarabisten.

Und ja: Ich bin auf meinen Reisen durch muslimische Länder fast nie belästigt worden; ich erinnere mich an zwei Vorfälle innerhalb von 17 Jahren. Die Abwesenheit von Alkohol im öffentlichen Raum empfand ich stets als Schutz, konkret: die Abwesenheit alkoholisierter Männerbünde. Theoretisch hätte man nach Köln auch eine Generaldebatte beginnen können, wer unter der Zunahme öffentlichen Saufens leidet. Wie gesagt: rein theoretisch.

Es ist nötig, einen Feminismus der Einwanderungsgesellschaft zu entwickeln

Haben wir uns nicht früher oft gefragt, wie in heiklen historischen Momenten diese überschießenden Massenerregungen entstehen konnten? Der Thronfolger erschossen, und dann ein Weltkrieg? Die Juden galten noch als privilegiert, als ihre Geschäfte brannten. Das war Geschichte. Moderne Gesellschaften würden so nicht mehr funktionieren, mit ihrer vielstimmigen Öffentlichkeit. Ist es so?

Man kann in diesen Tagen beobachten, wie schnell konvulsive Stimmungen entstehen und wie rasch ein Geschehen, noch bevor Genaues bekannt ist, zu einer ideologischen Lawine wird. Ein Naturereignis ist das nicht. Gewiss, was sich im Netz abspielt, ist nicht zu steuern. Aber warum verweigern sich die meisten Redaktionen und Moderatoren nicht der Eskalationsspirale? Woher kommt die Lust am grafisch-peppigen Rassismus, bis hin zum Wiener Falter? Und was treibt diesen irren Galopp der Verallgemeinerungen an? Kaum zu toppen der Titel des Economist:„Crossing the line – Migrant men, European women and the cultural divide“. Das klingt wie eine epische Zeile über den neuen Krieg. Mir wird kalt.

Gerade wird Hitlers „Mein Kampf“ in der einhegend kommentierten Neuausgabe rezensiert. Wenn jemand sagt, die Muslime seien die Juden von heute, zucke ich zusammen, weil der Vergleich den Judenmord grotesk verharmlost. Aber eines fällt mir in diesen Tagen auf: Ein Erlösungswahn, wie er den damaligen Antisemitismus befeuerte, findet sich auch im jetzigen Islamhass. Alles in Deutschland wäre besser ohne die Muslime, heißt es wieder und wieder im Netz. Und das zielt keineswegs nur auf Flüchtlinge. Auch der Berufssoldatin Reinke wird gesagt: Alles besser ohne solche wie dich. „Adolf, komm zurück.“

Neue Allianzen

Was tun? Ich habe den Aufruf #ausnahmslos früh unterzeichnet: „Frauenrechte sind kein Vorwand für Rassismus.“ Es ist nötig, einen Feminismus der Einwanderungsgesellschaft zu entwickeln, mit neuen Allianzen – und mit einer Vision von Emanzipation, die über die Grenzen von Religion, Hautfarbe und Lebensstil hinweg verbindend sein könnte. Darüber habe ich schon „vor Köln“ geschrieben; jetzt scheint ein fortschrittlicher und antirassistisch argumentierender Feminismus noch dringender.

Eine Allianz von Musliminnen (auch praktizierenden) und Nichtmusliminnen wäre neu. Es sind ja keineswegs nur Männer, die religiös lebenden Musliminnen Unterwerfung nachsagen. Und der Komplex „Flüchtlinge und die Frauenfrage“ ist doppelt sensibel: weil Helferinnen, wie in allen Ehrenämtern, zahlreicher sind als Helfer. Und weil, weit über den Kreis der Engagierten hinaus, viele Frauen derzeit gefühlsmäßig an einer Wegscheide stehen: Sie haben einerseits Verständnis und Mitleid für die Gestrandeten, fürchten andererseits zunehmend deren Zahl und Kultur.

Mir scheint, dass wir im Augenblick in einer sehr fragilen Situation sind. Es kommt auf jeden Einzelnen an: Möge er oder sie versuchen, psychisch und intellektuell auf Abstand zu gehen, auf Abstand zu diesem Karussell öffentlichen Wahnsinns.

Doch, ich habe Angst. Ungarn, Polen, darauf haben wir noch mit Befremden geblickt. Nicht unseres, was da passiert. Der Rechtsruck der anderen. Aber was, wenn Deutschland kippt?

Taz, am 23.01.2016   http://taz.de/!5267165/

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Narben des Krieges

Im Rahmen einer Projekteinreichung zur „Radikalisierungsprävention mit Jugendlichen“ entstand ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Tschetschenischen Kulturverein Bodensee und Vindex – Schutz und Asyl.

Diana (24 Jahre), Adam (19 Jahre), Magomed (19 Jahre) und Hasan (20 Jahre) entwickelten eine großartige Dokumentarfilm-Idee, die uns ihre Herkunft, ihre Kultur, ihr Leben vor, während und nach dem Krieg, Traumatisierung, Flucht, Asyl und ihr neues Leben in Österreich näherbringen kann.

Im nun entstandenen Trailer können wir Ausschnitte der Interviews von TschetschenInnen sehen, die uns einen Teil ihres Lebens schildern.

Mit ihrem Vorhaben konnten sie professionell Filmschaffende begeistern, die ihnen Kamera, Licht, Ton und Schnitt erklärten und ihnen vertrauensvoll ihre Technik zur Verfügung stellten.

So entstand ein Trailer, der von der Idee bis zur Durchführung ausschließlich von den vier jungen Menschen umgesetzt wurde.

Am 3. Vorarlberger Menschenrechtstag am 10. Dezember 2015 stellte Diana in einer bewegenden Rede über die Narben des Krieges den Film erstmalig vor.

Dieser Shortcut kann über Vindex zu Schulungszwecken und Bildungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden bzw. wird er bei Workshops an Schulen gezeigt werden.

Für die Vollversion des Dokumentarfilms werden noch Sponsoren und Geldgeber gesucht.

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Vorarlberger Tag der Menschenrechte 2015 – Schwerpunkt Flucht und Asyl am 10. Dezember 2015 im Spielboden in Dornbirn

Die Vorarlberger Plattform für Menschenrechte, bei der Vindex als Gründungsmitglied ebenfalls vertreten ist, lädt auch über facebook hiermit ein, diesen Tag gemeinsam zu begehen.

Es gibt Vorträge, Lesunge, Infostände aller beteiligten Gruppen der Plattform für Menschenrechte, Kurzfilme, internationels Buffet und vieles mehr.

Menschen.Rechte.Leben

Heute als Auftaktveranstaltung in der Landesregierung um 18:30 Uhr:

Bürgerrat zum Thema “Flucht und Asyl” – Bericht über den Stand der Umsetzung

Vortrag von Livia Klingl: Wir können doch nicht alle nehmen – Europa zwischen „das Boot ist voll“ und „wir sterben aus“

Nur mit Anmeldung unter veranstaltungen@vorarlberg.at

Und morgen OHNE Anmeldung einfach zum „Spielboden Dornbirn“ kommen:
http://www.menschen-rechte-leben.at/

Beginn: ab 16:30 Uhr

Wir freuen uns über viele Besucher und Besucherinnen

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Helft uns helfen – Benefizveranstaltung im Theater KOSMOS

November 24 @ 20:0022:00

Urologie 2

Es ist wieder soweit:
Mit der zweiten und vorerst letzten Vorstellung am 24.11. um 20 Uhr unterstützt uns das Theater KOSMOS, indem es den Eintritt zur Hauptprobe für die Komödie „Urologie“ zugunsten von Vindex und der Intitiative „Hunger auf Kunst und Kultur“ spendet.

Näheres zum Stück:
http://www.theaterkosmos.at/nav/f1.htm

Wir freuen uns auf euch und alle weiteren Freunde, sowohl zum Kulturgenuss einladen zu dürfen, als auch über einen bis auf den letzten Platz besetzen Saal im Theater KOSMOS.

Eintritt: 20 Euro

Einlass und Kartenabholung ab 19 Uhr

Kartenreservierung per Email an info@vindex.or.at

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Ein Augenblick Freiheit – Leben ist mehr als nur Sein

Ein Augenblick Freiheit

Ein Filmabend gemeinsam mit ehemaligen Flüchtlingen vom
Verein VINDEX in Bregenz.
Freitag, 16. Oktober 2015
um 19:30 Uhr im Bresnersaal
Kindergarten Brederis
Katholisches Bildungswerk Brederis
Mit Unterstützung der Marktgemeinde Rankweil und MITANAND – Stelle für Gemeinwesenarbeit

Ali und sein Freund Merdad möchten Alis Nichte und Neffen aus dem Iran in den Westen zu schmuggeln. Sie wollen die beiden Kinder nach Wien bringen, wo deren Eltern politisches Asyl gefunden haben. Nach einer lebensgefährlichen Wanderung über die schneebedeckten Berge landen sie endlich in der Türkei. Und auch das Ehepaar Lale und Hassan nimmt mit ihrem Sohn Kian diesen beschwerlichen Weg auf sich. Von einem betrügerischen Schlepper hinters Licht geführt, entgehen sie jedoch nur um Haaresbreite der Verhaftung. Zusammen mit anderen iranischen Flüchtlingen stranden sie schließlich in einem schäbigen Hotel in Ankara. Hier lernen sie zwei Freunde kennen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: den kurdischen Lebenskünstler und Optimisten Manu und den gebildeten und schwerblütigen politischen Aktivisten Abbas. Ankara, das bedeutet für die Flüchtlinge zunächst ein beglücktes Auskosten all der neuen, ungewohnten Freiheiten: keine lebensbedrohenden Schikanen bewaffneter Revolutionswächter, kein Schleierzwang, eine märchenhaft wirkende Freizügigkeit der Bekleidung und der Sitten, keine Angst, keine sichtbaren Zeichen der Repression. Für einen Augenblick scheint die Freiheit tatsächlich erreicht zu sein. Doch dann beginnt eine zermürbende Zeit des Wartens auf die Weiterreise, ein nicht enden wollendes Wechselbad aus Hoffnung und Enttäuschung. «Die Nähe von tragischen und humorvollen Elementen ist mir extrem wichtig. Ich betrachte Humor als Überlebensmotto, und wenn man sich in solchen Extremsituationen nicht wie diese Flüchtlinge ein Minimum davon bewahrt, kann man zerbrechen. Man hat ja sonst nicht viel, woran man sich halten kann.» (Arash T. Riahi)

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Kauf dir ein T-Shirt!

Setze ein Zeichen!

Hab Mut!

Setz Dich ein, mach mit, bilden wir eine Menschenkette für Humanität und Mitgefühl!

Du kannst Flüchtlinge und Vindex unterstützen, indem Du es „nonverbal lautstark“ tust.

Die Junge Kirche Vorarlberg hat ein T-Shirt produziert mit dem Du Zeichen setzen, dich engagieren und unterstützen kannst:

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Vindex – SofortHilfe = SoHi

Vindex hat ein weiteres Kind bekommen:

Neben „Vindex – New Generation“, der Nachhilfe-Crew von (ehemaligen) Flüchtlingskindern, die heute kurz vor der Matura stehen und neu angekommenen Kindern Nachhilfe in Deutsch und anderen Schulfächern geben, gibt es seit heute

Vindex – SoHi

Vindex – SoHi ist eine Gruppe von bisher rund 15 sehr engagierten Vorarlberger/innen, die nicht mehr länger tatenlos zuschauen möchten. Die sich einbringen wollen, um ein Zeichen der Mitmenschlichkeit, der Nächstenliebe und des Mitgefühls setzen wollen.

Sie möchten nicht länger mit ansehen, wie verhetzende Postings ein vermeintliches Bürgerbild wiedergeben. Sie möchten zeigen, dass es „mehr als genug“ Menschen gibt, die der Not von Schutz suchenden Flüchtlingen entgegen gehen, ihnen ihre Hand reichen, sie aufnehmen wollen in unsere gemeinsame Mitte.

Sie sind sind gegen eine Politik von Mikl-Leitner & Co., die sich durch Menschenrechtsbrüche hervortut!
Sie sind FÜR Mitmenschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit im Sinne der Menschenrechte.

Auslöser war der Streik der Flüchtlinge in der „Kerzenfabrik Dornbirn“. Die dort untergebrachten ca. 130 Männer -durch den ORS betreut- haben sich über die schlechte Ernährung beklagt und sind anschließend in einem Shitstorm der Empörung über fehlende Dankbarkeit etc. förmlich in der Luft zerrissen worden, allen voran LR Schwärzler und FPÖ Egger, die einen Protest von Flüchtlingen aufs Schärfste verurteilen.

Befragt, welche Unterstützung am nötigsten wäre, war nun aber, dass die Männer schlichtweg überhaupt garkeine haben.
Weder über den Vorgang von Asylverfahren, noch sozialpädagogische Begleitung, keine Deutschkurse, kaum Kleidung, selbst die simoelsten Mittel des täglichen Bedarfs müssen selbst organisiert werden mit 40 Euro Taschengeld.
Es fehlt also an allem!

Dieses wird nun durch Vindex-SoHi in Angriff genommen!

Wer unterstützen will, kann dieses persönlich tun und mitmachen oder aber durch Spenden oder eine Fördermitgliedschaft auf das Vindex-Konto tun (siehe www.vindex.or.at) oder durch den Kauf eines T-Shirts zugunsten von Vindex:

http://www.kath-kirche-vorarlberg.at/…/art…/refugees-welcome

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