202. Brief über die Verantwortung für die Toten vor Lampedusa

An Sie alle,

 

dies ist mein 202. Brief an Sie!

 

Angesichts des Todes von 300 Menschen im Mittelmeer finde ich, dass Sie heute Inne halten müssten mit Ihren Koalitionsgeplänkeln und taltischen Spielchen.

Dass das Mittelmeer zum größten Friedhof der Welt wird ist auch Ihre Verantwortung.

Sie vertreten, wie der größte restliche Teil Europas, eine menschenverachtende, lebensgefährliche, unwürdige Politik gegenüber Menschen in Not, Menschen auf der Flucht vor Verfolgung und Elend. Sie hier in Österreich rechtfertigen das gerne mit dem Argument des „vollen Bootes“ – einem Argument, von dem wir nur all zu gut wissen, wohin es vor 70 Jahren geführt hat.

Sie schieben die Verantwortung für die Toten des Mittelmeeres den sogenannten „Schleppern“ zu und fordern lauthals den Kampf „gegen die Flüchtlingsströme“.

Damit machen Sie die Opfer zu Tätern – und fördern das Schlepperwesen.

Würden Sie und Ihre europäischen Kollegen endlich eine andere, menschliche Flüchtlingspolitik machen, Sie würden dem sogenannten „Schlepperunwesen“ die Grundlage entziehen.

Eine Schande was an den Grenzen Europas geschieht – eine Schande, daß Sie als Sozialdemokraten und Christen nicht entschieden dagegen auftreten!

 

Ändern Sie die unmenschliche, lebensbedrohende, unwürdige Asyl-und Fremdenpolitik! Sofort!

 

Dr. Susanne Scholl

 

PS: Das Mindeste, was Sie sofort tun müßten, wäre ein TRauertag für die Toten von Lampedusa!

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