Umbrella March am 17. Juni 2016 in Bregenz

Auch in diesem Jahr laden Vindex & Friends zu einem gemeinsamen Marsch ein, um ein buntes Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu setzen.
Setzen wir ein Zeichen der Solidarität und Freundschaft für eine friedlichere Welt.

Deutsch

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Arabisch

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Russisch

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Englisch

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Jahresbericht 2015

Hier ist die Tätigkeit von Vindex im Jahr 2015 nachzulesen:

VINDEX – Jahresbericht 2015
bitte anklicken

Wir bedanken uns abei all unseren UnterstützerInnen, Förderern,  HelferInnen, Freunden und Freundinnen und allen neuen Menschen, die wir kennen lernen durften.

Die Arbeit ist vielseitig, umfassend, manchmal fast zu viel, aber immer mit Freude und der Überzeugung, dass sie richtig und wichtig ist.

Vindex - Vorstand

Vindex – Vorstand

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Wir sagen DANKE

Wir haben unseren 3.  Geburtstag  unter dem Motto „Asyl ist Menschenrecht 2.0“ im Theater KOSMOS gefeiert.
Ein voller Erfolg!

Michael Genner (Asyl in Not), Thomas Schmidinger (Politologe und Nahostexperte) und Eva Fahlbusch (Begründerin von Vindex – Schutz und Asyl) standen dem Publikum für alle Fragen zur Verfügung.

Ein voll besetzter Saal, ein äußerst engagiertes Publikum beteiligte sich mit Fragen und anschließenden Gesprächen an der Diskussion zu Fragen rund um die Asylgesetzgebung, persönlichen Möglichkeiten bis hin zu zivilgesellschaftlichem Ungehorsam.
Es wurde deutlich, dass die Menschen die immer grausamer werdende österreichische Linie flüchtenden Menschen gegenüber nicht einfach schweigend hinnehmen wollen, sondern im Gegenteil nicht nur ihr Herz im persönlichen Kontakt mit Flüchtlingen geöffnet haben, sondern auch im größeren ein Stop dieser rigiden Asylpolitik setzen wollen.

„Werden wir 10.000, die hier auf die Straße gehen!“, so ein Ruf aus dem Publikum.

Hier die Eröffnungsrede von Peter Mennel (Obmann von Vindex):

«Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu geniessen.»

In diesem Satz des Artikels 14 ist das älteste Menschenrecht der Welt formuliert. Schon im Alten Testament bietet es als Recht und Pflicht der «Gastfreundschaft» den Wanderern Schutz und Überleben. In diesem Sinne ist es passend, wenn die Österreichische Bischofskonferenz bei ihrer Frühjahrstagung das Menschenrecht auf Asyl als ein „heiliges Recht“ einmahnt.

Warum führen wir zu unserem dritten Geburtstag eine Veranstaltung zum Thema «Asyl ist Menschenrecht» durch?

Einerseits, weil sich in den vergangenen Monaten zehntausende Menschen mit einem beeindruckenden Zeit- und Energieaufwand und mit viel Herz dafür eingesetzt haben, dass dieses Menschenrecht in Österreich lebendig blieb.

Andererseits, weil in den vergangenen Monaten von Teilen der Bevölkerung und von der Regierung dieses Menschenrecht auf Asylsuche in Frage gestellt und verwässert wurde, und weil für immer mehr Menschen der europäischen Bevölkerung ein wichtiges Wort in den Artikeln der Menschenrechtserklärung nicht wirklich gilt: das Wort JEDER.

Es heisst nämlich: JEDER Mensch hat Anspruch auf die Menschenrechte ohne irgendeinen

Unterschied nach nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Und: JEDER Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

Viele Menschen haben in den vergangenen Monaten gezeigt, dass jeder Mensch gleich viel wert ist, und der Nächste derjenige Mensch ist, der in Not ist.

Es gibt aber auch viele Menschen, die unterscheiden: zwischen denen, die hier sind, und denen die hierher kommen wollen. Weil sie als diejenigen, die zuerst da waren, Angst haben, sich nicht verändern und ihren Wohlstand behalten wollen, sprechen sie denen, die kommen wollen, die grundlegenden Rechte nach Leben, Freiheit, Sicherheit, Arbeit, Wohnung usw. ab.

Mit Menschenrechten meinen sie Heimatrechte, und Liebe deinen Nächsten heißt hier: liebe die Einheimischen.

Das ist die alltägliche Menschenrechtsverwässerung und Arroganz:

diese Einteilung in verschiedene Menschenklassen, denen man die Grundrechte und Sozialleistungen abhängig von Herkunft und Verhalten zuspricht oder nicht.

Wir brauchen also Veranstaltungen zu diesem Thema, weil wir daran erinnern müssen, dass die Menschenrechte für ALLE gelten sollen, nicht nur für Auserwählte.

Wir brauchen solche Veranstaltungen auch für alle Menschen, die sich durch die alltägliche Rhetorik der Politiker nicht verunsichern und sich nicht Stück für Stück von ihrem Mitgefühl abschneiden lassen wollen. Je weiter nämlich die Flüchtlinge die Balkan- und andere Routen hinunter gedrängt werden, weg aus unserem Alltag, aus unseren Sinnen, aus den unmittelbaren Begegnungen, umso leichter lassen sich Mitgefühl, Betroffenheit und das schlechte Gewissen verdrängen und die sogenannte Vernunft und Rationalität zum Maß aller Dinge werden.

Von Viktor Frankl, dem KZ-Überlebenden und Begründer der Logotherapie, ist der Satz überliefert: „Das Herz ist weitsichtiger als der Verstand je scharfsinnig sein kann.»  Der Frankl-Schüler und Psychotherapeut Günther Funke weist dann noch darauf hin, dass Frankl diesen Satz folgendermaßen fortsetzte: «… und niemals dürfen wir die Scharfsinnigkeit des Verstandes einsetzen, um die Weitsichtigkeit des Herzens abzuschneiden und zu verletzen.“

Für Funke wird in der Flüchtlingskrise vor allem rational geantwortet. Flüchtlinge werden zu Zahlen.

Gewissensentscheidungen werden in der aktuellen Diskussion und politischen Rhetorik abgewertet und als naives Gutmenschentum deklariert. Es geht ja bitte um eine Politik der Vernunft!

Die Menschenrechte entstanden jedoch nicht aus Verstandeskalkül, sondern aus der «Empörung des Gewissens über die Barbarei», wie es in der Präambel heisst.

Gewissensentscheidungen haben aber immer auch Konsequenzen, die nicht nur angenehm sind, sondern auch Probleme schaffen und zu Veränderung herausfordern können.

Darum folgert Günter Funke lakonisch: «Wer seine Ruhe haben will, sollte nie sein Gewissen befragen.»

Veranstaltungen wie diese sind dazu da, unruhig und lebendig zu bleiben, unser Mitgefühl, unser Gewissen, die Weite des Herzens wachzuhalten gegenüber Argumenten, die Flüchtlinge nur als lästige, störende, bedrohende Masse oder als Wirtschafts- und Kostenfaktor sehen.

Logisch pragmatische Lösungen dürfen nicht unser Gewissen beruhigen.

Das Gewissen würdigt die einzelne Person und fordert immer wieder auf, uns auf die einzelne Person, ihre Situation und ihre Geschichte einzulassen.

Eine der Mütter der Menschenrechtserklärung von 1948, Misses Eleanor Roosevelt, fand auf die Frage „Wo beginnen die Menschenrechte?“ folgende Antwort: „An den kleinen Plätzen, nahe dem eigenen Heim. So nah und so klein, dass diese Plätze auf keiner Landkarte der Welt gefunden werden können. Und doch sind diese Plätze die Welt des Einzelnen: Die Nachbarschaft, …, die Schule oder die Universität,… , die Fabrik, der Bauernhof oder das Büro, … . Das sind die Plätze, wo jeder Mann, jede Frau und jedes Kind gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleiche Würde ohne Diskriminierung sucht. Solange diese Rechte dort keine Geltung haben, sind sie auch woanders nicht von Bedeutung. Wenn die betroffenen Bürger nicht selbst aktiv werden, um diese Rechte in ihrem persönlichen Umfeld zu schützen, werden wir vergeblich nach Fortschritten in der weiteren Welt suchen.“

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Diese Veranstaltung soll all jene daran erinnern, die dies vergessen oder verdrängen wollen, und sie soll all jenen Mut machen und Kraft geben, die sich immer wieder aufs Neue für diese Würde zu einsetzen.

Zitate von Gästen nach der Veranstaltung:

„Alles in allem war es eine sehr gelungene Geburtstagsfeier. Dass dazu das Thema „Menschenrechte“ gewählt wurde, war eine sehr gute Entscheidung. Mich haben die Ausführungen jener, die am Podium waren, angesprochen, besonders von Michael Genner.“(Vorarlberger)

„Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Menschen für uns interessieren. Ich dachte, Österreich mag keine Flüchtlinge. Jetzt bin ich froh! Ein schöner Abend für mich“
(Tschetschenin)

„Für mich war die Veranstaltung sehr wertvoll!
Zum einen war es sehr berührend für mich, zu erleben, wie viele Menschen sich für die Flüchtlinge einsetzen und sich engagieren!
Die Informationen zu den vielen Fragen die Aufkommen waren auch sehr wichtig für mich!
Die Rede von Peter mit guten Texten hat mich auch sehr beeindruckt!
Ein sehr ermutigender Abend!
Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft für euer wertvolles Engagement!“
Liebe Grüße!
(Vorarlbergerin)

„Dass so viele Menschen Flüchtlingen helfen wollen, ist schön! Ich habe nicht gedacht, dass so viele kommen und so gute Fragen stellen“
(Syrien)

„Veranstaltung hat für mich bei allem Stolz auf mit Vindex in 3 Jahren Erreichtes dank Experten u Praktikern klargemacht dass Kampf um und Zeiten für Menschenrechte u. Menschenwürde noch härter wird u. wir alle gefordert sind da mitzukämpfen.“
Wir wirklich so, vor allem durch Thomas Schmidinger.
(Vorarlberger)

„Es war schön! Ich habe mich sicher gefühlt. Nachts war ich dann traurig und musste an Zuhause denken. Aber dann habe ich mir gesagt, dass die Menschen hier in Österreich gute Menschen sind. Ich bin froh hier zu sein“
(Afghanistan)

„Schöner Abend, obwohl es angesichts des Baus der Festung Europa und der Versuche der österreichischen Bundesregierung, das Asylrecht auszuhebeln, nichts zu feiern gibt. Vindex ist wichtiger denn je.“
(Vorarlberger)

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08.04.2016 – Theater KOSMOS in Bregenz

Asyl ist Menschenrecht 2Asyl ist Menschenrecht 1 siehe auch unter „Veranstaltungen“

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Auf der Kippe

taz, 23.01.2016            von Charlotte Wiedemann

Seltsame Allianzen gibt es nach der Kölner Silvesternacht. Gegen (antimuslimischen) Frauenhass hilft aber nur ein neuer Feminismus.

Ich habe in den vergangenen Wochen einiges über mein Land erfahren, das ich lieber nicht gewusst hätte. Das klingt arg unpolitisch, ich weiß. Aber es ist bei mir ein Bedürfnis nach Selbstschutz aufgekommen, angesichts der rasanten Verrohung dessen, was öffentliche Debatte zu nennen ein Euphemismus ist.

Frauen, die eine falsche Meinung äußern, werden im Netz mit Gewaltfantasien überschwemmt. Gruppenvergewaltigung als Erziehungsmittel, wenn du nicht einstimmst in den anti-islamischen Sound. Eine Frau, die vom Kölner Hauptbahnhof berichtete, sie sei von arabisch aussehenden Männern respektvoll behandelt worden, muss sich anhören: Weil du zu alt und zu hässlich bist, du Schlampe. So kommt das massenhaft jetzt.

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Ich hatte nicht gewusst, dass es sich so anfühlt, wenn Frauenhass auf der antiislamischen Überholspur fahren darf.

Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass sich der Hass sogar an einer Frau wie Nariman Reinke entladen würde: in Hannover geborene Tochter marokkanischer Einwanderer, 36 Jahre, bei der Bundeswehr im Bataillon Elektronische Kampfführung tätig, war in Afghanistaneinsätzen, ist Vizevorsitzende eines Vereins Deutscher Soldat e. V. Sie schreibt: „Hier noch mal für alle: Nein, ich kann es trotz meines Migrationshintergrunds und meiner Religion nicht nachvollziehen, wenn Frauen vergewaltigt werden – egal von wem. Die Annahme, dass ich es könnte, ist ein Abgrund menschlicher Dummheit.“ Geht man all die Kommentare dazu durch, wird schnell klar: Frau Reinke wird nicht trotz ihrer Superintegriertheit gehasst, sondern deswegen. Eine Frau in Uniform, die sich nicht unterwirft.

Respektlos statt kritisch

Wie würde ich mich fühlen, in diesen Tagen, in diesem Land, wenn ich Muslimin wäre? Ich würde lesen, zum Beispiel in dieser Zeitung, dass ich für meine Religion nur ein „Zeugungsbehältnis“ bin, und ich würde mich vermutlich übergeben. Die gegenwärtige Debatte über den Islam als Belästiger- und Grabscherreligion ahmt genau das nach, was sie zu kritisieren vorgibt: Sie ist zutiefst respektlos gegenüber den Frauen, die dieser Religion angehören, gegenüber Millionen stolzer und hochgebildeter Musliminnen. Ob sie so geworden sind trotz ihrer Religion oder durch ihre Religion, dazu kann jede eine andere Geschichte erzählen. Kaum eine klingt so wie bei den neuen deutschen Hobbyarabisten.

Und ja: Ich bin auf meinen Reisen durch muslimische Länder fast nie belästigt worden; ich erinnere mich an zwei Vorfälle innerhalb von 17 Jahren. Die Abwesenheit von Alkohol im öffentlichen Raum empfand ich stets als Schutz, konkret: die Abwesenheit alkoholisierter Männerbünde. Theoretisch hätte man nach Köln auch eine Generaldebatte beginnen können, wer unter der Zunahme öffentlichen Saufens leidet. Wie gesagt: rein theoretisch.

Es ist nötig, einen Feminismus der Einwanderungsgesellschaft zu entwickeln

Haben wir uns nicht früher oft gefragt, wie in heiklen historischen Momenten diese überschießenden Massenerregungen entstehen konnten? Der Thronfolger erschossen, und dann ein Weltkrieg? Die Juden galten noch als privilegiert, als ihre Geschäfte brannten. Das war Geschichte. Moderne Gesellschaften würden so nicht mehr funktionieren, mit ihrer vielstimmigen Öffentlichkeit. Ist es so?

Man kann in diesen Tagen beobachten, wie schnell konvulsive Stimmungen entstehen und wie rasch ein Geschehen, noch bevor Genaues bekannt ist, zu einer ideologischen Lawine wird. Ein Naturereignis ist das nicht. Gewiss, was sich im Netz abspielt, ist nicht zu steuern. Aber warum verweigern sich die meisten Redaktionen und Moderatoren nicht der Eskalationsspirale? Woher kommt die Lust am grafisch-peppigen Rassismus, bis hin zum Wiener Falter? Und was treibt diesen irren Galopp der Verallgemeinerungen an? Kaum zu toppen der Titel des Economist:„Crossing the line – Migrant men, European women and the cultural divide“. Das klingt wie eine epische Zeile über den neuen Krieg. Mir wird kalt.

Gerade wird Hitlers „Mein Kampf“ in der einhegend kommentierten Neuausgabe rezensiert. Wenn jemand sagt, die Muslime seien die Juden von heute, zucke ich zusammen, weil der Vergleich den Judenmord grotesk verharmlost. Aber eines fällt mir in diesen Tagen auf: Ein Erlösungswahn, wie er den damaligen Antisemitismus befeuerte, findet sich auch im jetzigen Islamhass. Alles in Deutschland wäre besser ohne die Muslime, heißt es wieder und wieder im Netz. Und das zielt keineswegs nur auf Flüchtlinge. Auch der Berufssoldatin Reinke wird gesagt: Alles besser ohne solche wie dich. „Adolf, komm zurück.“

Neue Allianzen

Was tun? Ich habe den Aufruf #ausnahmslos früh unterzeichnet: „Frauenrechte sind kein Vorwand für Rassismus.“ Es ist nötig, einen Feminismus der Einwanderungsgesellschaft zu entwickeln, mit neuen Allianzen – und mit einer Vision von Emanzipation, die über die Grenzen von Religion, Hautfarbe und Lebensstil hinweg verbindend sein könnte. Darüber habe ich schon „vor Köln“ geschrieben; jetzt scheint ein fortschrittlicher und antirassistisch argumentierender Feminismus noch dringender.

Eine Allianz von Musliminnen (auch praktizierenden) und Nichtmusliminnen wäre neu. Es sind ja keineswegs nur Männer, die religiös lebenden Musliminnen Unterwerfung nachsagen. Und der Komplex „Flüchtlinge und die Frauenfrage“ ist doppelt sensibel: weil Helferinnen, wie in allen Ehrenämtern, zahlreicher sind als Helfer. Und weil, weit über den Kreis der Engagierten hinaus, viele Frauen derzeit gefühlsmäßig an einer Wegscheide stehen: Sie haben einerseits Verständnis und Mitleid für die Gestrandeten, fürchten andererseits zunehmend deren Zahl und Kultur.

Mir scheint, dass wir im Augenblick in einer sehr fragilen Situation sind. Es kommt auf jeden Einzelnen an: Möge er oder sie versuchen, psychisch und intellektuell auf Abstand zu gehen, auf Abstand zu diesem Karussell öffentlichen Wahnsinns.

Doch, ich habe Angst. Ungarn, Polen, darauf haben wir noch mit Befremden geblickt. Nicht unseres, was da passiert. Der Rechtsruck der anderen. Aber was, wenn Deutschland kippt?

Taz, am 23.01.2016   http://taz.de/!5267165/

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Narben des Krieges

Im Rahmen einer Projekteinreichung zur „Radikalisierungsprävention mit Jugendlichen“ entstand ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Tschetschenischen Kulturverein Bodensee und Vindex – Schutz und Asyl.

Diana (24 Jahre), Adam (19 Jahre), Magomed (19 Jahre) und Hasan (20 Jahre) entwickelten eine großartige Dokumentarfilm-Idee, die uns ihre Herkunft, ihre Kultur, ihr Leben vor, während und nach dem Krieg, Traumatisierung, Flucht, Asyl und ihr neues Leben in Österreich näherbringen kann.

Im nun entstandenen Trailer können wir Ausschnitte der Interviews von TschetschenInnen sehen, die uns einen Teil ihres Lebens schildern.

Mit ihrem Vorhaben konnten sie professionell Filmschaffende begeistern, die ihnen Kamera, Licht, Ton und Schnitt erklärten und ihnen vertrauensvoll ihre Technik zur Verfügung stellten.

So entstand ein Trailer, der von der Idee bis zur Durchführung ausschließlich von den vier jungen Menschen umgesetzt wurde.

Am 3. Vorarlberger Menschenrechtstag am 10. Dezember 2015 stellte Diana in einer bewegenden Rede über die Narben des Krieges den Film erstmalig vor.

Dieser Shortcut kann über Vindex zu Schulungszwecken und Bildungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden bzw. wird er bei Workshops an Schulen gezeigt werden.

Für die Vollversion des Dokumentarfilms werden noch Sponsoren und Geldgeber gesucht.

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Vorarlberger Tag der Menschenrechte 2015 – Schwerpunkt Flucht und Asyl am 10. Dezember 2015 im Spielboden in Dornbirn

Die Vorarlberger Plattform für Menschenrechte, bei der Vindex als Gründungsmitglied ebenfalls vertreten ist, lädt auch über facebook hiermit ein, diesen Tag gemeinsam zu begehen.

Es gibt Vorträge, Lesunge, Infostände aller beteiligten Gruppen der Plattform für Menschenrechte, Kurzfilme, internationels Buffet und vieles mehr.

Menschen.Rechte.Leben

Heute als Auftaktveranstaltung in der Landesregierung um 18:30 Uhr:

Bürgerrat zum Thema “Flucht und Asyl” – Bericht über den Stand der Umsetzung

Vortrag von Livia Klingl: Wir können doch nicht alle nehmen – Europa zwischen „das Boot ist voll“ und „wir sterben aus“

Nur mit Anmeldung unter veranstaltungen@vorarlberg.at

Und morgen OHNE Anmeldung einfach zum „Spielboden Dornbirn“ kommen:
http://www.menschen-rechte-leben.at/

Beginn: ab 16:30 Uhr

Wir freuen uns über viele Besucher und Besucherinnen

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Helft uns helfen – Benefizveranstaltung im Theater KOSMOS

November 24 @ 20:0022:00

Urologie 2

Es ist wieder soweit:
Mit der zweiten und vorerst letzten Vorstellung am 24.11. um 20 Uhr unterstützt uns das Theater KOSMOS, indem es den Eintritt zur Hauptprobe für die Komödie „Urologie“ zugunsten von Vindex und der Intitiative „Hunger auf Kunst und Kultur“ spendet.

Näheres zum Stück:
http://www.theaterkosmos.at/nav/f1.htm

Wir freuen uns auf euch und alle weiteren Freunde, sowohl zum Kulturgenuss einladen zu dürfen, als auch über einen bis auf den letzten Platz besetzen Saal im Theater KOSMOS.

Eintritt: 20 Euro

Einlass und Kartenabholung ab 19 Uhr

Kartenreservierung per Email an info@vindex.or.at

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Ein Augenblick Freiheit – Leben ist mehr als nur Sein

Ein Augenblick Freiheit

Ein Filmabend gemeinsam mit ehemaligen Flüchtlingen vom
Verein VINDEX in Bregenz.
Freitag, 16. Oktober 2015
um 19:30 Uhr im Bresnersaal
Kindergarten Brederis
Katholisches Bildungswerk Brederis
Mit Unterstützung der Marktgemeinde Rankweil und MITANAND – Stelle für Gemeinwesenarbeit

Ali und sein Freund Merdad möchten Alis Nichte und Neffen aus dem Iran in den Westen zu schmuggeln. Sie wollen die beiden Kinder nach Wien bringen, wo deren Eltern politisches Asyl gefunden haben. Nach einer lebensgefährlichen Wanderung über die schneebedeckten Berge landen sie endlich in der Türkei. Und auch das Ehepaar Lale und Hassan nimmt mit ihrem Sohn Kian diesen beschwerlichen Weg auf sich. Von einem betrügerischen Schlepper hinters Licht geführt, entgehen sie jedoch nur um Haaresbreite der Verhaftung. Zusammen mit anderen iranischen Flüchtlingen stranden sie schließlich in einem schäbigen Hotel in Ankara. Hier lernen sie zwei Freunde kennen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: den kurdischen Lebenskünstler und Optimisten Manu und den gebildeten und schwerblütigen politischen Aktivisten Abbas. Ankara, das bedeutet für die Flüchtlinge zunächst ein beglücktes Auskosten all der neuen, ungewohnten Freiheiten: keine lebensbedrohenden Schikanen bewaffneter Revolutionswächter, kein Schleierzwang, eine märchenhaft wirkende Freizügigkeit der Bekleidung und der Sitten, keine Angst, keine sichtbaren Zeichen der Repression. Für einen Augenblick scheint die Freiheit tatsächlich erreicht zu sein. Doch dann beginnt eine zermürbende Zeit des Wartens auf die Weiterreise, ein nicht enden wollendes Wechselbad aus Hoffnung und Enttäuschung. «Die Nähe von tragischen und humorvollen Elementen ist mir extrem wichtig. Ich betrachte Humor als Überlebensmotto, und wenn man sich in solchen Extremsituationen nicht wie diese Flüchtlinge ein Minimum davon bewahrt, kann man zerbrechen. Man hat ja sonst nicht viel, woran man sich halten kann.» (Arash T. Riahi)

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